Mailied

Johann W. von Goethe (1749–1832)

Entstehungsjahr: 1771
Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten aus jedem Zweig und tausend Stimmen aus dem Gesträuch. Und Freud und Wonne aus jeder Brust. O Erd, o Sonne! O Glück, o Lust! O Lieb, o Liebe! So golden schön, wie Morgenwolken auf jenen Höhn! Du segnest herrlich das frische Feld, im Blütendampfe die volle Welt. O Mädchen, Mädchen, wie lieb ich dich! Wie blinkt dein Auge! Wie liebst Du mich! So liebt die Lerche Gesang und Luft, und Morgenblumen den Himmelsduft, wie ich dich liebe mit warmem Blut die du mir Jugend und Freud und Mut zu neuen Liedern und Tänzen gibst. Sei ewig glücklich, wie du mich liebst!

Kurzkommentar

Ein lyrisches Ich bewundert die Natur und ihre Schönheit, fühlt sich voller Freude und Glück. Es drückt seine Liebe zu einem Mädchen aus, das ihm Mut und Inspiration gibt. Die Liebe wird verglichen mit der Lerche, die den Gesang liebt, und den Morgenblumen, die den Himmelsduft genießen.
Tags:
Frühling Glück Liebe Natur