Ich wollt, meine Schmerzen ergössen
Heinrich Heine (1797–1856)
Entstehungsjahr: 1824 (Entstehungsdatum: 1823–1824)
Ich wollt, meine Schmerzen ergössen
Sich all in ein einziges Wort,
Das gäb ich den lustigen Winden,
Die trügen es lustig fort.
Sie tragen zu dir, Geliebte,
Das schmerzerfüllte Wort;
Du hörst es zu jeder Stunde,
Du hörst es an jedem Ort.
Und hast du zum nächtlichen Schlummer
Geschlossen die Augen kaum,
So wird dich mein Wort verfolgen
Bis in den tiefsten Traum.
Kurzkommentar
Das lyrische Ich möchte seinen ganzen Schmerz in ein einziges Wort fassen und es den Winden mitgeben. Dieses Wort soll zur Geliebten gelangen und sie überall, sogar im Schlaf und Traum, verfolgen.
Tags:
Liebe
Trauer
Trennung