Heimweh
Joseph von Eichendorff (1788–1857)
Entstehungsjahr: 1826
Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die andern
Den Fremden alleine stehn.
Was wisset ihr, dunkele Wipfel,
Von der alten, schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
Wie liegt sie von hier so weit!
Am liebsten betracht ich die Sterne,
Die schienen, wie ich ging zu ihr,
Die Nachtigall hör ich so gerne,
Sie sang vor der Liebsten Tür.
Der Morgen, das ist meine Freude!
Da steig ich in stiller Stund
Auf den höchsten Berg in die Weite,
Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!
Kurzkommentar
Das Gedicht erzählt von der Sehnsucht eines Wandernden, der fern der Heimat und getragen von der Erinnerung an seine Geliebte durch die Natur zieht. Sterne, Berge und Vogelgesang begleiten ihn und verbinden Vergangenheit und Gegenwart. Trotz der Fremde bleibt die Heimat tief im Herzen lebendig, und ein Gruß an Deutschland krönt seinen morgendlichen Aufstieg.
Tags:
Heimat
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