Frische Fahrt

Joseph von Eichendorff (1788–1857)

Entstehungsjahr: 1815
Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut’ger Augen lichter Schein, Und das Wirren bunt und bunter Wird ein magisch wilder Fluß, In die schöne Welt hinunter Lockt dich dieses Stromes Gruß. Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von Euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind! Tausend Stimmen lockend schlagen, Hoch Aurora flammend weht, Fahre zu! ich mag nicht fragen, Wo die Fahrt zu Ende geht!

Kurzkommentar

Das Gedicht beschreibt den Frühling als lockende, bewegte Kraft, die den Menschen aus der vertrauten Umgebung in die weite Welt hinauszieht. Der Sprecher gibt sich diesem Aufbruch ohne Widerstand hin und will der Fahrt folgen, ohne nach ihrem Ende zu fragen.
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